CAMAB
CAMAB steht für „coercively assigned male at birth“ und bezeichnet eine bei der Geburt gegen den Willen der betroffenen Person vorgenommene männliche Geschlechtszuordnung. Der Begriff wird vor allem dort verwendet, wo die Zuordnung nicht nur sozial, sondern auch medizinisch oder körperlich durchgesetzt wurde, etwa durch Eingriffe oder Behandlungen ohne wirksames Einverständnis.
Die Abkürzung kann von intergeschlechtlichen Personen verwendet werden, aber auch von trans Personen, die ausdrücken möchten, dass ihre Geschlechtszuordnung bei Geburt nicht ihrer eigenen Identität entsprach. Im Zentrum steht dabei nicht nur die biologische Einordnung, sondern die Erfahrung von Fremdbestimmung und fehlender Selbstbestimmung. Der Begriff ist daher stark kontextabhängig und vor allem identitäts- und diskriminierungssensibel.
Im BDSM- oder Sex-Wörterbuch taucht CAMAB weniger als sexuelle Praxis auf, sondern als Begriff für geschlechtliche Herkunft, Fremdzuweisung und die Folgen medizinischer oder sozialer Zuschreibungen. Die Verwendung sollte respektvoll und präzise erfolgen, da der Begriff sensible Erfahrungen mit Körper, Identität und Zustimmung berührt.