Fetisch
Ein Fetisch bezeichnet eine sexuelle Vorliebe oder Erregungsquelle, bei der sich sexuelle Anziehung besonders auf ein bestimmtes Objekt, Material, Körperteil, Kleidungsstück, eine Rolle oder eine spezifische Situation richtet. Beispiele können Schuhe, Latex, Füße, Unterwäsche, bestimmte Gerüche oder Machtkonstellationen sein. Die Begriffe Fetisch und Kink überschneiden sich; häufig wird Fetisch enger verwendet, wenn eine bestimmte Erregungsquelle besonders zentral oder für sexuelle Befriedigung sehr wichtig ist, während Kink allgemeiner für nichtnormative sexuelle Vorlieben steht.
Ein Fetisch ist nicht automatisch problematisch oder krankhaft. Fachlich gilt eine sexuelle Vorliebe vor allem dann als behandlungsbedürftig, wenn sie erheblichen Leidensdruck verursacht, das eigene Leben stark einschränkt oder mit nicht einvernehmlichem, verletzendem oder illegalem Verhalten verbunden ist. Gesellschaftlich werden Fetische dennoch oft stigmatisiert oder vorschnell pathologisiert, obwohl viele Menschen ihre Vorlieben einvernehmlich, sicher und ohne Schaden ausleben.
Wichtig sind Einvernehmlichkeit, klare Kommunikation, Respekt vor Grenzen und gegebenenfalls praktische Sicherheits- und Hygieneregeln, etwa beim Umgang mit Gegenständen, Körperflüssigkeiten, Atemeinschränkung, Schmerzen oder Machtgefälle. Personen sollten nicht auf einen Fetisch reduziert oder ohne Zustimmung fetischisiert werden, zum Beispiel aufgrund von Herkunft, Behinderung, trans Sein oder Körpermerkmalen. Ein verantwortungsvoller Umgang bedeutet, Fantasie, Vorliebe und reales Handeln bewusst zu unterscheiden.