Cisnormativität
Cisnormativität bezeichnet die gesellschaftliche Annahme, dass alle Menschen cisgeschlechtlich seien oder sein sollten, also dass das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht selbstverständlich mit der eigenen Geschlechtsidentität übereinstimme. Dadurch werden trans, nichtbinäre und andere genderdiverse Menschen unsichtbar gemacht, falsch eingeordnet oder abgewertet.
Cisnormativität zeigt sich zum Beispiel in Formularen mit nur zwei Geschlechtsoptionen, in der Erwartung bestimmter Pronomen oder Körpermerkmale, in medizinischen Routinen, in Sprache, Medien, Toilettenregelungen oder rechtlichen Verfahren. Sie kann offen diskriminierend sein, aber auch unbewusst und alltäglich auftreten.
Cissexismus bezeichnet häufig die ideologische oder diskriminierende Abwertung von trans und nichtbinären Menschen auf Grundlage cisnormativer Vorstellungen. Cisnormativität ist eng mit Heteronormativität verbunden, aber nicht identisch mit ihr. Diskriminierung, Ausgrenzung oder Feindlichkeit gegenüber trans Personen wird meist als Transfeindlichkeit oder Transmisia bezeichnet.