Patriarchat
Patriarchat, von lateinisch „Väterherrschaft“, bezeichnet eine Gesellschaftsordnung, in der Männer, insbesondere cis Männer, überproportional viel gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und symbolische Macht besitzen. Diese Machtverhältnisse prägen soziale Beziehungen, Werte, Normen, Rollenbilder und Erwartungen an alle Menschen.
In feministischen Diskursen beschreibt der Begriff die Gesamtheit sozialer und struktureller Mechanismen, die dazu beitragen, dass cis Männer häufiger Zugang zu Macht, Ressourcen, Geld, Sicherheit, Anerkennung und Handlungsfähigkeit erhalten, während Frauen, trans, nichtbinäre und intergeschlechtliche beziehungsweise inter* Menschen davon benachteiligt oder ausgeschlossen werden. Patriarchale Strukturen können sich in Gesetzen, Institutionen, Sprache, Arbeitsteilung, Gewaltverhältnissen, Sexualitätsnormen, Familienbildern und alltäglichem Verhalten zeigen.
Patriarchat ist daher sowohl ein analytischer Schlüsselbegriff, insbesondere in feministischer Theorie und Wissenschaft, als auch eine Bezeichnung für gesellschaftliche Machtverhältnisse, die feministische Bewegungen kritisieren und verändern wollen. Der Begriff meint nicht, dass jeder einzelne Mann immer mächtig ist oder bewusst unterdrückt, sondern dass gesellschaftliche Strukturen bestimmte Gruppen systematisch begünstigen und andere benachteiligen.