Regenbogenfamilie
Eine Regenbogenfamilie ist eine Familie, in der mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bi+, pansexuell, asexuell, trans, nichtbinär, intergeschlechtlich oder anderweitig queer ist. Der Begriff umfasst sehr unterschiedliche Familienformen: etwa Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern, Familien mit einem trans oder nichtbinären Elternteil, Patchwork- und Pflegefamilien, Adoptivfamilien, Familien nach Samenspende oder Eizellspende sowie Konstellationen mit mehr als zwei Eltern- oder Bezugspersonen.
Regenbogenfamilien können romantische Paarbeziehungen enthalten, müssen es aber nicht. Auch Co-Parenting-Modelle, in denen zwei oder mehr Menschen bewusst gemeinsam ein Kind bekommen oder aufziehen, ohne miteinander romantisch liiert zu sein, werden je nach Selbstverständnis und Kontext als Regenbogenfamilien beschrieben, besonders wenn sie aus queeren Lebensrealitäten heraus entstehen oder klassische Vorstellungen von Kleinfamilie bewusst erweitern. Das kann zum Beispiel für aromantische Menschen, queere Freundschaften, polyamore Konstellationen oder andere verbindliche Sorgegemeinschaften relevant sein.
Entscheidend ist nicht, dass eine Regenbogenfamilie einem bestimmten Muster entspricht, sondern dass Familie durch Verantwortung, Fürsorge, Verlässlichkeit und rechtliche beziehungsweise soziale Elternschaft geprägt ist. Regenbogenfamilien können mit Vorurteilen, rechtlichen Hürden oder fehlender Anerkennung konfrontiert sein, unterscheiden sich in ihren Bedürfnissen aber nicht grundsätzlich von anderen Familien: Kinder brauchen sichere Bindungen, liebevolle Bezugspersonen, Stabilität und ein respektvolles Umfeld.