Requissexuell
Requissexuell, auch requiessexuell geschrieben, ist eine Selbstbezeichnung aus dem asexuellen Spektrum. Sie kann von Menschen verwendet werden, die aufgrund von Trauma, psychischer Belastung, mentaler Erschöpfung, Krankheit oder neurodivergenten Erfahrungen wenig bis keine sexuelle Anziehung empfinden oder diese nur eingeschränkt wahrnehmen. Der Begriff beschreibt ein persönliches Erleben sexueller Anziehung und ist keine medizinische oder psychologische Diagnose.
Wichtig ist, den Begriff nicht so zu verstehen, als seien Trauma, psychische Erkrankungen oder Neurodivergenz grundsätzlich die Ursache von Asexualität oder geringer sexueller Anziehung. Viele asexuelle Menschen sind nicht aufgrund belastender Erfahrungen asexuell, und viele traumatisierte, psychisch kranke oder neurodivergente Menschen empfinden sexuelle Anziehung. Requissexuell ist vor allem für Personen gedacht, die selbst einen Zusammenhang zwischen ihren Erfahrungen und ihrem sexuellen Erleben sehen und diesen Zusammenhang benennen möchten.
Der Begriff ersetzt keine therapeutische oder medizinische Unterstützung, wenn jemand unter Trauma, Erschöpfung, psychischen Symptomen oder belastenden Veränderungen der Sexualität leidet. Zugleich sollte niemand pathologisiert oder zu sexueller Anziehung gedrängt werden. Respektvoll ist es, die Selbstbeschreibung einer Person ernst zu nehmen und nicht zu verlangen, dass sie persönliche Belastungen offenlegt, um ein Label zu „beweisen“.