Neurodivergent
Neurodivergent ist eine Selbst- und Fremdbezeichnung für Menschen, deren Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Denken, Lernen, Aufmerksamkeit oder Kommunikation von gesellschaftlich als typisch geltenden neurologischen Normen abweichen. Neurodivergenz ist dabei ein Sammelbegriff und kein einzelnes medizinisches Krankheitsbild.
Der Begriff stammt aus dem Konzept der Neurodiversität und dient auch dazu, neurologische Unterschiede nicht ausschließlich als Defizit oder Störung zu beschreiben. Unter Neurodivergenz können zum Beispiel Autismus, ADHS, Dyslexie, Dyskalkulie, Lern- und Wahrnehmungsunterschiede, sensorische Besonderheiten sowie, je nach Verständnis, auch Folgen von Trauma oder Kombinationen verschiedener Erfahrungen fallen. Medizinische Diagnosen können für Unterstützung und Versorgung wichtig sein, müssen aber nicht die gesamte Identität oder Lebensrealität einer Person bestimmen.
Das Gegenstück zu neurodivergent ist neurotypisch. Neurodiversität bezeichnet das gesamte Spektrum neurologischer Vielfalt, also sowohl neurodivergente als auch neurotypische Menschen. In sexuellen, romantischen oder BDSM-Kontexten kann Neurodivergenz unter anderem beeinflussen, wie Reize, Berührungen, Kommunikation, Routinen, Grenzen oder Zustimmung erlebt und ausgedrückt werden. Deshalb sind klare Absprachen, ausreichend Zeit, respektvolle Nachfragen und die Beachtung individueller Bedürfnisse besonders wichtig.