Solumsexuell
Solumsexuell ist ein Begriffsvorschlag für eine sexuelle Orientierung beziehungsweise ein sexuelles Anziehungsmuster. Der Begriff ist bislang nicht weit verbreitet und nicht allgemein etabliert. Als solumsexuell können sich Menschen bezeichnen, die sexuelle Anziehung zu einer anderen Person nur dann oder vor allem dann empfinden, wenn sie mit dieser Person allein sind.
Damit kann gemeint sein, dass sexuelle Anziehung erst in einer privaten, ungestörten oder besonders vertrauten Situation entsteht oder wahrnehmbar wird. In Gruppen, in der Öffentlichkeit oder im Beisein anderer Menschen kann die sexuelle Anziehung dagegen schwächer sein, ausbleiben oder schwerer einzuordnen sein. Solumsexualität beschreibt dabei nicht automatisch Schüchternheit, Heimlichkeit, Angst vor Öffentlichkeit oder mangelndes Interesse, sondern ein bestimmtes Muster sexuellen Erlebens.
Da der Begriff noch wenig verbreitet ist, hängt seine genaue Bedeutung stark davon ab, wie eine Person ihn für sich selbst verwendet. Er ist keine medizinische oder psychologische Diagnose und sollte nicht von außen zugeschrieben werden. Wie bei jeder Form sexueller Anziehung bleiben Einvernehmlichkeit, klare Kommunikation und respektierte Grenzen zentral, besonders wenn Nähe nur in privaten Situationen als passend oder sicher erlebt wird.