Geschlechterstereotype
Geschlechterstereotype sind gesellschaftlich erlernte und verbreitete Vorstellungen darüber, welche Eigenschaften, Verhaltensweisen, Fähigkeiten, Interessen oder äußeren Merkmale einem bestimmten Geschlecht zugeschrieben werden. Sie sind eng mit Geschlechterrollen verbunden und beeinflussen, wie Menschen sich selbst wahrnehmen, wie sie behandelt werden und welche Erwartungen an sie gestellt werden.
Solche Stereotype können einschränkend wirken, weil sie individuelle Vielfalt ausblenden. Menschen, die nicht den erwarteten Vorstellungen von „männlich“, „weiblich“ oder anderen Geschlechtszuschreibungen entsprechen, erleben häufig Abwertung, Ausgrenzung oder Diskriminierung. Das betrifft insbesondere trans, nichtbinäre und gendernonkonforme Personen, aber auch cis Personen, deren Auftreten oder Verhalten nicht den üblichen Erwartungen entspricht.
In Sexualität, Dating und BDSM können Geschlechterstereotype Vorstellungen über Dominanz, Unterwerfung, Begehren oder „typisches“ Verhalten prägen. Verantwortungsvolle Begegnungen setzen voraus, dass Rollen, Vorlieben und Grenzen individuell ausgehandelt werden, statt sie aus dem Geschlecht einer Person abzuleiten. Ein respektvoller Umgang erkennt Geschlechtsidentität, Ausdruck und persönliche Selbstbeschreibung an.