Mikrolabel
Ein Mikrolabel ist eine spezifische Selbstbezeichnung, die eine bestimmte Erfahrung, Identität, Orientierung oder geschlechtliche Wahrnehmung genauer beschreibt. Mikrolabels stehen häufig unter einem breiteren Makrolabel oder werden nur von vergleichsweise wenigen Menschen verwendet. Das kann daran liegen, dass ein Begriff neu ist, aus einer bestimmten Community stammt oder eine sehr präzise Erfahrung benennt.
Beispiele für Mikrolabels sind etwa libragender, demigirlflux, grayromantisch, idemromantisch oder andere feiner ausdifferenzierte Begriffe innerhalb nichtbinärer, aromantischer, asexueller oder queerer Spektren. Für manche Menschen sind solche Labels hilfreich, weil sie Sprache für etwas geben, das mit allgemeinen Begriffen wie queer, trans, nichtbinär, asexuell oder aromantisch nicht genau genug beschrieben wird. Andere Menschen bevorzugen breitere Begriffe oder gar keine Labels.
Mikrolabels sind nicht dazu da, Identitäten unnötig zu verkomplizieren, sondern können Selbstverständnis, Austausch und Community erleichtern. Gleichzeitig müssen sie nicht von allen verstanden oder genutzt werden. Respektvoll ist, die Selbstbezeichnung einer Person ernst zu nehmen und nicht aus einem Mikrolabel auf Körper, Sexualität, Beziehungsform, Rollen, Vorlieben oder Grenzen zu schließen. In Dating, Sexualität und BDSM bleiben konkrete Kommunikation und Einvernehmlichkeit wichtiger als jedes Label.