Libragender
Libragender ist eine nichtbinäre Geschlechtsidentität. Als libragender können sich Menschen bezeichnen, die sich überwiegend als agender, also ohne Geschlecht, erleben, zugleich aber eine teilweise oder schwache Verbindung zu einem bestimmten Geschlecht oder zu geschlechtlichen Qualitäten empfinden.
Diese Verbindung kann individuell sehr unterschiedlich sein: Sie kann dauerhaft, wechselnd, nur leicht spürbar oder situationsabhängig sein. Libragender bedeutet daher nicht, „ein bisschen unsicher“ zu sein, sondern beschreibt eine konkrete Form der Geschlechtswahrnehmung, bei der Agender-Sein im Vordergrund steht und dennoch eine teilweise geschlechtliche Zuordnung vorhanden ist.
Verwandte Mikrolabels sind librafeminin und libramaskulin. Librafeminin beschreibt Personen, die hauptsächlich agender sind, sich aber teilweise mit Weiblichkeit oder einem femininen Geschlechtsspektrum verbunden fühlen; libramaskulin beschreibt Personen, die hauptsächlich agender sind, sich aber teilweise mit Männlichkeit oder einem maskulinen Geschlechtsspektrum verbunden fühlen. In Sexualität, Dating und BDSM sagt Libragender nichts über Körper, Pronomen, Rollen, Vorlieben oder Grenzen aus; entscheidend sind Selbstbezeichnung, respektvolle Sprache und klare Einvernehmlichkeit.