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Polyfeindlichkeit

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Polyfeindlichkeit bezeichnet abwertende Einstellungen, Vorurteile, Ausgrenzung oder Diskriminierung gegenüber polyamoren Menschen und polyamoren Beziehungsformen. Sie kann sich in Spott, moralischer Abwertung, sozialer Ablehnung, beruflichen oder familiären Nachteilen, Pathologisierung, Drohungen sowie psychischer oder körperlicher Gewalt äußern. Betroffen sein können auch Menschen, die selbst nicht polyamor leben, aber als polyamor wahrgenommen werden.

Polyfeindlichkeit beruht häufig auf der Annahme, nur monogame Beziehungen seien „normal“, verantwortungsvoll oder moralisch wertvoll. Dabei ist Polyamorie nicht mit Untreue gleichzusetzen: Polyamore Beziehungen beruhen idealerweise auf Wissen, Zustimmung, Ehrlichkeit und klarer Kommunikation aller Beteiligten. Kritik an konkretem verletzendem Verhalten ist von pauschaler Abwertung polyamorer Menschen oder Beziehungsmodelle zu unterscheiden.

Internalisierte Polyfeindlichkeit beschreibt, dass polyfeindliche Botschaften von einer betroffenen Person übernommen und gegen die eigene Identität, Beziehungsform oder eigenen Bedürfnisse gerichtet werden. Das kann Scham, Selbstabwertung, Verheimlichung oder Angst vor Ablehnung verstärken, besonders in einem ablehnenden Umfeld oder vor einem inneren beziehungsweise äußeren Coming-out. Unterstützung durch respektvolle Gespräche, Community, Beratung oder Therapie kann helfen, solche verinnerlichten Vorurteile zu erkennen und abzubauen.

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