Proculromantisch
Proculromantisch bezeichnet eine romantische Orientierung beziehungsweise Selbstbezeichnung für Menschen, die romantische Anziehung vor allem oder ausschließlich gegenüber Personen empfinden, mit denen eine romantische Beziehung als unerreichbar, unmöglich oder ausgeschlossen erlebt wird. Das kann sich zum Beispiel auf räumlich sehr entfernte, unerreichbare, nicht verfügbare, fiktive oder prominente Personen beziehen. Der Begriff wird häufig dem aromantischen Spektrum zugeordnet, weil romantische Anziehung zwar vorhanden sein kann, aber nur unter bestimmten Bedingungen auftritt.
Proculromantik bedeutet nicht automatisch, dass eine Person keine Beziehungen führen kann oder grundsätzlich Angst vor Nähe hat. Entscheidend ist das Muster der romantischen Anziehung, nicht eine äußere Bewertung des Beziehungslebens. Manche proculromantische Menschen empfinden die Anziehung gerade deshalb, weil keine reale Beziehung möglich ist; bei anderen kann das Erleben komplexer oder veränderlich sein.
Wie bei vielen Begriffen aus dem Bereich romantischer Orientierung ist proculromantisch eine Selbstbeschreibung und keine medizinische oder psychologische Diagnose. Der Begriff sollte nur verwendet werden, wenn eine Person ihn für sich selbst passend findet. Respektvoll ist es, die Selbstdefinition ernst zu nehmen, nicht vorschnell auf Bindungsangst oder „Vermeidung“ zu schließen und offen nachzufragen, wenn die Person darüber sprechen möchte.