Pubertätsblocker
Pubertätsblocker sind Medikamente, die den weiteren Verlauf der Pubertät vorübergehend unterdrücken können. Meist handelt es sich um GnRH-Analoga beziehungsweise GnRH-Agonisten, die die hormonelle Steuerung zwischen Gehirn, Hirnanhangdrüse und Keimdrüsen dämpfen. Dadurch werden weniger LH und FSH ausgeschüttet, sodass Hoden deutlich weniger Testosteron oder Eierstöcke deutlich weniger Östrogene produzieren. Eingesetzt werden sie unter anderem bei bestimmten Formen vorzeitiger Pubertät und, nach sorgfältiger fachlicher Abklärung, bei manchen trans und nichtbinären Jugendlichen mit ausgeprägter pubertätsbezogener Geschlechtsdysphorie.
Bei trans und nichtbinären Jugendlichen können Pubertätsblocker Zeit verschaffen, ohne dass bestimmte pubertäre Veränderungen weiter fortschreiten. So können sie Entwicklungen wie Stimmbruch, Bartwuchs, Brustwachstum oder Menstruation vorübergehend aufhalten oder vermindern, die für manche Betroffene stark belastend sein können und später teilweise nur schwer oder nur operativ veränderbar sind. Pubertätsblocker sind jedoch keine geschlechtsangleichende Hormontherapie; sie verzögern zunächst vor allem die körpereigene Pubertät.
Die Behandlung sollte nicht leichtfertig erfolgen, sondern durch erfahrene Fachpersonen begleitet werden, idealerweise mit medizinischer, psychologischer und familiärer Unterstützung sowie informierter Zustimmung der betroffenen Person. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen von Wachstum, körperlicher Entwicklung, Knochengesundheit, Stimmung und möglichen Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Veränderungen der Knochendichte. Wenn Pubertätsblocker abgesetzt werden und keine andere Hormonbehandlung begonnen wird, setzt die körpereigene Pubertät in der Regel wieder ein; Zeitpunkt und Verlauf können individuell unterschiedlich sein. Vor einer anschließenden Hormontherapie sollten auch mögliche Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und spätere Optionen zur Fertilitätserhaltung besprochen werden.