Feministischer Kampftag
Feministischer Kampftag ist eine politisch betonte Bezeichnung für den 8. März, der auch Frauenkampftag, Internationaler Frauentag oder Frauentag genannt wird. Der Internationale Frauentag wurde erstmals 1911 in mehreren europäischen Ländern begangen; seit 1921 gilt der 8. März in der internationalen sozialistischen und feministischen Tradition als zentrales Datum. Historisch entstand der Tag aus der sozialistischen Arbeiterinnenbewegung und war eng mit Forderungen nach politischer Gleichberechtigung, insbesondere dem gleichen, geheimen und freien Wahlrecht für Frauen, verbunden.
Heute macht der 8. März auf fortbestehende Ungleichheiten, Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung aufmerksam, die Frauen und andere von patriarchalen Strukturen betroffene Menschen erleben. Dazu gehören unter anderem Lohnungleichheit, unbezahlte Sorgearbeit, sexualisierte Gewalt, Einschränkungen reproduktiver Rechte, transfeindliche und interfeindliche Diskriminierung, Rassismus, Ableismus, Klassismus sowie Benachteiligungen von geflüchteten, armen, queeren oder mehrfach marginalisierten Frauen.
Viele Menschen bevorzugen die Bezeichnung feministischer Kampftag, um deutlich zu machen, dass es nicht um einen unpolitischen Feiertag oder symbolische Gesten wie Blumen geht, sondern um Rechte, Selbstbestimmung, Solidarität und gesellschaftliche Veränderung. Der Begriff betont außerdem, dass Feminismus intersektional gedacht werden sollte und nicht nur cis Frauen betrifft, sondern alle Menschen einbezieht, die gegen patriarchale Machtverhältnisse und geschlechtliche Diskriminierung kämpfen.